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Yoga der Hingabe
Der Weg sich Gott hinzugeben ist ein perfekter Yoga. Mit standhaftem Glauben in Gottes Allmacht, ohne andere Gedanken als die an Gott, alle Handlungen Ihm dargebracht, wird der Gott Suchende auf dem Weg des sich Gott hingebends fortschreiten, um ein Yoga Yukta (firm in Yoga) zu werden. So schreibt CPK Nair in Sanathana Sarathi Februar 1977.
Auf dem See von Samsara, dem See des endlosen Kreislaufs von Geburt und Tod herumhetzend, von den wilden Winden des Schicksals herumgeworfen, steigt ein Schrei aus dem Herzen des Menschen: „ Oh Herr, Du bist meine einzige Hoffnung; ich gebe mich Dir völlig hin; rette mich vor diesen Katastrophen.“
Keinesfalls ist dies eine Hingabe an Gott. Der Gedanke an die Allgegenwart Gottes und die Bedeutungslosigkeit der menschlichen Kräfte den Attacken des Schicksals zu begegnen, ist plötzlich und kurzlebig und nicht auf Glaube begründet, der allein die Basis dafür ist, die Hingabe an Gott in Kraft zu setzen (Sharanagati). Der Gottsuchende, der mit einem solchen Glauben ausgestattet ist, muss seine Handlungen, Gefühle und Gedanken, vielmehr seinen Willen und sein Leben, Gott geweiht zu Füßen legen, was zur Ausrottung des Egos führt. Das Resultat einer solchen spirituellen Übung führt zu nichts anderem als zur Selbstverwirklichung, die das Ziel von jedem Yoga ist, sei es nun der Yoga der Weisheit, der Yoga des Karma oder der Hingabe. Tatsächlich ist die Hingabe an Gott eine Methode die völlig und selbsttätig einem Yoga entspricht – dem Yoga der Hingabe. Hingabe allein kann jemanden zu Befreiung (Mukti) führen. „Sharanagati, oder bedingungslose Hingabe, ist das Haupttor, um das Herrenhaus Mukti zu betreten.“ Das sagt Bhagawan Sathya Sai Baba. Diese Art der Hingabe hat Gott Krishna , der göttliche Wagenlenker, gemeint, als er zu Arjuna sagte: „ Entsage allen menschlichen Pflichten, komm zu Mir nur, um Zuflucht bei Mir zu suchen. Sei nicht traurig, denn Ich werde dich von allem Bösen befreien.“
Die Tatsache unterstreichend, dass die erste Vorraussetzung für Hingabe ein unbeugsamer Glaube an das Höchste ist, sagt Bhagawan Sathya Sai Baba:“ Um die Einstellung zu Hingabe zu bekommen, mußt du Glaube an Gott besitzen...Ohne Glaube sind spirituelle Übungen ein leeres Ritual.....Glaube an Gott ist die sichere Grundlage für den Glauben an das Höchste und die Hingabe des eigenen Willens ist nicht gleichbedeutend mit der Opferung des eigenen Selbstbewußtseins und den Glauben an sich selbst. Wenn das Selbst als das Atma, oder das göttliche Bewußtsein verstanden wird, wird der Glaube an das Selbst praktisch Glaube an das Höchste. Tatsächlich exisiert das Selbst nicht getrennt von dem Höchsten. Aber wenn es ein Hinweis auf die Persönlichkeit, die aus Körper, Geist und Intellekt besteht ist, ist der Glaube in das Selbst völlig am falschen Platz und kann uns nirgendwo hinführen. Anstatt dem Suchenden zu helfen über das Ego hinauszuwachsen, kann ein solches Vertrauen nur das Ego stärken und Loslösung (vairagya) schwerer und schwerer machen.
Bhagawan weist darauf hin, dass es eine Berechtigung über Hingabe zu reden nur für uns gibt, wenn wir unseren Geist (mind), unsere Worte und unseren Körper unter völliger Kontrolle haben. Denn Körper, Geist und Intellekt ziehen das Ego groß und so lange das Ego die Macht hat, kann seine Kontrolle nur eliminiert werden, indem sie der Allgegenwart Gottes untergeordnet wird, sie auf den Altar des Höchsten ausgeliefert wird.
Wir müssen dem einzigartigen Beispiel von Arjuna nacheifern. In der Bhagavad Gita wird beschrieben, wie auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra Arjuna anfing zu denken, dass er seine eigene Intelligenz, sein eigenes Vermögen nachzuforschen und seine eigenen Fähigkeiten Recht von Unrecht zu unterscheiden, benutzte. Der Arjuna der Bhagavad Gita steht stellvertretend für den Menschen, der auf seine schwächliche Intelligenz vertraut, um den Krisen, die ihm im Leben begegnen, entgegenzutreten. Doch Arjuna versagt und mit völligem Glauben an Gott wird er zu einem wahren Gottsuchenden/Schüler. Indem er durch Gott von seiner Unwissenheit (nashto moha) geheilt wurde und er sein Wissen über sein wahres Wesen (smritir labdhaa) wiedererlangt hatte, gab er sich Gott hin und wurde zu einem Werkzeug in Seinen göttlichen Händen.
Der Yoga der Hingabe ist , wie der Yoga der Handlungen, oder der Weg von Handlungen, die Gott geweiht sind, wahrlich der Weg der Selbstverwirklichung für den modernen Menschen. Eine Frage, die generell aufkommt ist, ob man keine Ambitionen haben sollte und wie sonst man in dieser auf Wettbewerb ausgerichteten Welt überleben kann. Die ewige Philisophie befürwortet keine Trägheit. Andererseits ruft sie nach der Anwendung eines Höchstmaßes an Fachwissen und Bemühungen in den Handlungen eines jeden - yogah karmasu kausalam (Yoga der Fähigkeiten in Handlungen). Jedoch der Unterschied liegt in der Motivation für diese Handlungen. Während normalerweise Resultate aus Handlungen erwartet werden wie zum Beispiel die Erwartung von andauerndem Erfolg im Falle eines Menschen, der mit Ambitionen aufgeladen ist, legt der Gottsuchende auf dem Weg der Hingabe seine Handlungen Gott zu Füßen nieder.
In diesen Opfergaben kann die Frage des Maßes, in Bezug auf die Qualität der Bemühungen, erst gar nicht aufkommen. Es gibt da nur einen Weg für solch eine Person, um ihre Handlungen auszuführen und das ist, den besten Weg einzuschlagen. Hat man sein Bestes als Opfergabe Gott dargebracht, wird den Gottsuchende das Resultat seiner Handlungen nicht ineressieren. Der ambitionierte Mensch aber versucht seine Bemühungen, auf der Basis seiner eigenen Meinung mit den Resultaten zu verbinden und manipuliert seine Bemühungen dementsprechend, um sein Ziel zu erreichen. Der Gottsuchende übergibt seine Handlungen und während er sein Bestes getan hat, ohne sich Gedanken über das Resultat zu machen, schaut er sich seinen Erfolg oder Misserfolg , oder etwas von Beiden an, ohne die geringste Bindung.
Krishna frage Arjuna:” Mir alle Arbeiten übergebend, das Bewusstsein auf das Selbst fixiert, frei von Verlangen und Egoismus, kämpfe, befreit von dem Fieber.“ Mit den Worten Bhagawan Sathya Sai Baba’s ausgedrückt: „ Denke an nichts anderes als an Gott, habe kein anderes Ziel als Seinen Willen zu erkennen, führe keine andere Handlung als die aus, diesen Willen in die Tat umzusetzen. Das ist die Bedeutung von Hingabe.“ Die Eigenschaften dieser Gott hingegebenen Handlungen werden wieder durch die charakteristisch liebevolle Sprache der Gita ausgedrückt:“ Was immer du tust, was immer du isst, was immer du darbringst, was immer du weggibst, welche Askese du auch ausübst, tu es, O Sohn Kunti’s (Arjuna) als eine Opfergabe, die Mir dargebracht wird.“ Die Richtlinien für einen Gottsuchenden, der sich auf dem Weg der Hingabe befindet, können nicht klarer ausgedrückt werden ungeachtet dessen, ob er ein Haushaltsvorstand ist, ein Professioneller, oder jemand, der Verzicht übt (Sanyasin). Tatsächlich wurde dieser Ratschlag an einen Prinzen aus Kshatriya gegeben, der auf dem Schlachtfeld war und nicht an jemanden, der den Weg des Verzichts eingeschlagen hat.
Ein Gottsuchender, der Gott alle Handlunge zu Füßen legt, hat offensichtlich keine Ängste. Ängste kommen durch Verlangen und Verlangen verursacht Wut. Wut zieht andere Wirkungen hinter sich her, die schließlich auf Selbstvernichtung hinauslaufen. Hat man sich erst einmal Gott hingegeben, hat man die Auswirkungen der Handlungen auch Gott übergeben und es kommen keine Fragen über Raga (Verlangen) und Krodha (Wut) mehr auf. Es gibt dann auch keine Angst (Bhaya) als Konsequenz der Handlungen mehr. Es gibt die Zusicherung Gottes, die Er zu Arjuna sprach: „Diejenigen, die Mir alle Handlungen übergeben, Mich als Ziel haben und Mich anbeten, über Mich meditieren mit unentwegter Hingabe, diese werde Ich geradewegs von dem Ozean des Lebens, der zum Tod führt, befreien.“ Hingabe muß völlig sein, ohne Vorbehalte. „ Euer Geist (mind) ist widerspenstig, wie Affen, die von einem Ast zum anderen springen. Gebt ihn Mir, Ich kann euren Geist ruhig und harmlos machen....Aber er muss Mir völlig übergeben werden, ohne Vorbehalt,“ sagt Bhagawan Sathya Sai Baba.
Die heimgesuchte Seele, die an Hingabe denkt, sucht möglicherweise nur die Linderung der Pein, aber sie sollte nach der Freilassung von der Gefangenschaft durch Geburt, Tod und Wiedergeburt, Unwissenheit, die der Hauptgrund allen Leidens ist, suchen. Der Schmerz kann nicht gestillt werden, ohne das seine Ursache entfernt wurde. Das Leid kann nicht durch Vergnügen ausgetauscht werden, denn Vergnügen ist auch kurzlebig. Der Geist, der die Quelle alles Vergnügens und Leids ist, muß besiegt werden und das Ego, das der Leidtragende und Genießer ist, muss vernichtet werden. Diese Bezwingung, diese Vernichtung wird erreicht, indem alles Gott zu Füßen gelegt wird und das, ohne irgend welche Vorbehalte. Wenn auch nur der leiseste Hauch von all dem zu spüren ist, dann wird der Gottsuchende damit fortfahren die heftigen Attacken, die die Resultate seiner Handlungen sind, zu spüren.
Nicht nur Hinduismus, sondern alle Religionen betonen die Notwendigkeit von völliger Hingabe zu Gott. In dem Buch ‚Nachahmung von Christus’ von Thomas A. Kempis, bat Jesus seinen Jünger ihm alles zu übergeben, auch sich selbst. Einige Menschen geben sich Gott ganz hin, doch halten einiges zurück. Sie vertrauen Gott nicht absolut und versuchen sich selbst zu versorgen. „ Am Anfang übergeben einige alles was sie haben. Doch später, wenn die Versuchung sie streift, dann nehmen sie es wieder zurück und darum machen sie keinen Fortschritt im Gutsein...Gebt euer Alles dem Einen der Alles ist. Erwartet nichts, wünscht euch nichts zurück, übergebt euch Mir ganz und gar, ohne Bedauern und ihr werdet Mich besitzen.“
Der Weg der Hingabe ist deshalb ein perfekter Yoga. Durch festen Glauben an Gottes Allmacht, ohne einen Gedanken außer den an Gott, alle Handlungen ausgeführt als Opfergabe Ihm dargebracht, wird der Gottsuchende Fortschritte auf dem Weg der Hingabe machen und zu einem Yoja Yukta, einem der fest im Yoga steht, werden.
source: http://www.sssbpt.org/Pages/SaiSpiritualShowers/SSS18Mar2010.html Übersetzt von Margitta Bonds
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